Anzeige (da Markennennung), 22.05.2019

Wer gerne reist, jedoch nicht so viel Geld in der Tasche hat, überlegt sich wohl zwei Mal ob er mehrmals im Jahr verreist. Doch nicht jeder Urlaub reißt ein großes Loch in die Taschen. In Deutschland gibt es so viele schöne Ecken, die man alle gut mit dem Auto erreichen kann. Wie sieht es also mit spontanen Roadtrip durch schöne Gebiete Deutschlands aus? Bleibt nur noch die Frage offen, wie es mit der Übernachtung aussieht! Lassen es die Gesetze zu sich einfach für die Nächte im Auto niederzulassen?

Deshalb vorab erstmal etwas zu den Regelungen.

In Deutschland ist es soweit kein Problem eine Nacht im Auto zu verbringen. Jedenfalls besteht kein Verbot dafür. In der StVO wird lediglich betrachtet wo gehalten und geparkt werden darf. Daran ist natürlich auch im Falle einer Übernachtung im Auto zu denken. Wer also im Auto schlafen möchte, sollte diese Regeln auf alle Fälle beachten. Die Regelung zum Parken und Halten findet ihr in der StVO § 12 Abs. 4. Hier nochmal ein eine kleine Fahrschulwiederholung.

Parken solltet ihr demnach nicht [StVO §12 Halten und Parken]:
 

  • Vor sowie hinter Kreuzungen und Einmündungen bis zu je 5,00 m

  • Wenn es Verkehrsschilder ausdrücklich untersagen

  • Vor Ausfahrten

  • Über Schachtdeckeln und anderen Verschlüssen

  • Vor Bordsteinsenkungen

Mit Fahrzeugen über einer Gesamtmasse von 7,5 Tonnen solltet ihr außerdem in reinen und allgemeinen Wohngebieten, Sondergebieten, Kurgebieten sowie Klinikgebieten vorsichtig sein.

Wer möchte aber schon direkt am Straßenrand übernachten?! Ständig vorbeifahrende Autos, die mit Ihren Lichtkegeln immer wieder den Schlaf unterbrechen… nee danke. Dann ist es doch besser  eine abgeschiedene Straße oder einen ruhigen Parkplatz suchen. Ein bisschen Urlaub muss schon sein. Aber Achtung! Nicht auf allen Parkplätzen könnt ihr auch übernachten. Dies wird dann aber auch sichtlich auf den Schildern beschrieben. Besonders in Touristenregionen gibt es Parkplätze mit Campingverbot zu genüge. Also hier, Augen auf und aufgepasst!

Für Wohnmobile und Campingfahrzeuge gilt dies übrigens auch. Solange die Übernachtung auf dem Parkplatz nicht ausdrücklich untersagt ist, dann könnt ihr da auch übernachten. Allerdings sollte hierbei beachtet werden, dass man jeden Tag weiterzieht und nicht zu einem Dauercamper des Parkplatzes wird. Übernachtet ihr nur eine Nacht auf einem Parkplatz gilt dies als Gemeingebrauch.

Wenn Ihr diese Regeln beachtet solltet ihr von der verkehrsrechtlichen Seite auf der sicheren Seite sein. Es gilt des Weiteren aber auch den Umgang mit der Umgebung und der Natur zu beachten. Dabei solltet ihr besonders darauf achten den Müll, der im Laufe der Zeit entsteht, sachgerecht zu entsorgen. Um das Auto herum Müll und Abfall zu deponieren geht gar nicht.  In diesem Fall kann es dazu kommen, dass die Polizei oder das Ordnungsamt weitere Übernachtungen an diesem Ort untersagen.

 

Wichtig ist, wir sprechen hier nur von Urlaub im Auto. Denn wer nun auf die Idee kommt, im Auto zu wohnen, dem sei gesagt, dass dies Verwaltungsrechtlich nicht möglich ist.

Den Richtigen Ort zum Übernachten finden

Wer möchte schon jeden Urlaubstag auf einem überfüllten Parkplatz oder einer viel befahrenden Straße übernachten? Wenn wir einen Urlaub im Auto planen, dann schauen wir immer sehr spontan nach einem passenden Parkplatz. Dabei helfen ganz einfach Karten wie Google Maps. Ansonsten könnt ihr unterwegs einfach die Augen nach schönen abgelegenen Plätzen offenhalten. Ihr habt ein traumhaftes Plätzchen gefunden, was sich jedoch auf einem Privatgrundstück befindet? Dann hilft es vielleicht die Besitzer zu fragen, ob ihr euer Auto für eine Nacht da abstellen dürft. Vielleicht habt ihr ja Glück.

Als nächste Frage stellt sich: Wie kann ich mich frisch halten? Wie kann ich mich waschen? Manchmal möchte es der Zufall, dass sich die Übernachtungsstelle an einen See oder einen Fluss befindet. Dann habt ihr immerhin einen Ort für eine Katzenwäsche oder zum Zähne putzen. Wenn man allerdings eine Woche oder länger unterwegs ist, ist das wahrscheinlich nicht ganz zufriedenstellend. Aus diesem Grund suchen wir zwischendurch immer mal einen Campingplatz auf. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit zu duschen, die elektronischen Geräte aufzuladen, das Geschirr abzuwaschen und ggf. auch Wäsche zu waschen. Eine weitere Möglichkeit wäre spontan nach einem Zimmer zu schauen. Auf Airbnb und Fewo finden sich oft auch spontan noch ein paar günstige Wohnungen.

Was für einen Urlaub im Auto nicht fehlen darf

Wenn ihr im Auto schlafen wollt, dann solltet ihr an gewisse grundsätzliche Utensilien denken.

Zunächst solltet ihr überlegen was ihr für eine Übernachtung benötigt. Wie legt ihr euer Auto hinten aus, damit es möglichst bequem ist? Wollt ihr eine ganz normale Decke mitnehmen oder lieber einen Schlafsack? Wir haben immer die Rücksitze umgeklappt und die Fläche dann mit dickeren Schaumstoffmatten ausgelegt. Für den Fall der Fälle, dass es in den Nächten etwas kühler wird, empfiehlt es sich noch eine etwas dickere Decke als Unterlage einzupacken. Für mich kommt das Schlafen im Auto nur bei wärmeren Temperaturen in Frage. Das liegt daran, dass ich eine ziemliche Frostbeule bin. Als Decke nutzen wir immer unsere normale Bettdecke von zu Hause. Wenn ihr zu den kälteren Jahreszeiten im Auto übernachten wollt, empfiehlt es sich jedoch einen Schlafsack zu wählen, der für diese Temperaturen auch geeignet ist. Ihr solltet auch unbedingt darauf achten, nicht bei komplett geschlossenen Fenstern zu schlafen. Ihr könnt dazu ganz einfach die Fenster einen kleinen Spalt auf machen. Ich schlage vor, sie nicht zu weit zu öffenen. In einer Nacht hat mich ein Marder durch den Fensterspalt angeschaut, sodass ich mich enorm erschrocken habe und sehr froh war, dass das Fenster nicht sehr weit offen war. An richtig warmen Tagen könnt ihr auch einfach den Kofferraum geöffnet lassen. Aber auch nur wenn ihr euch dann noch sicher und wohl fühlt. Für den Fall eines geöffneten Kofferraums, lohnt es sich auch ein Moskitonetz einzupacken, was ihr über die Klappe legen könnt. So geht ihr der Insektenplage gleich aus dem weg.

Ihr wollt im Urlaub ausschlafen? Die Sonne hindert euch jedoch daran? Dann könnt ihr einfach Aludecken an den Fenstern befestigen, sodass die Sonne etwas abgeschirmt wird. Hilft übrigens nicht nur gegen die Sonne, sondern auch gegen Menschen, die eventuell neugierig ins Auto schauen könnten.

Wenn ihr nicht die komplette Zeit in dem etwas engen Auto verbringen wollt, könnt ihr auch einfach Campingstühle einpacken. Ihr solltet nur schauen, dass ihr am Ende auch alles im Auto verstauen könnt. Ihr wollt noch nicht schlafen gehen, auch wenn die Sonne das Licht ausgeknipst hat? Dann nehmt doch einfach ein paar solarbetriebene Lichterketten mit. Bei Sonnenschein laden sie sich bis zum nächsten Abend locker wieder auf. Ihr wollt auch mal im Auto einen Film schauen oder generell euer Smartphone oder die Kamera-Akkus laden? Dann denkt an die notwendigen Adapter, die das Aufladen von eurer Elektronik ermöglichen. Für das Handy oder die Kamera-Akkus zahlt sich auch oft eine einfache Powerbank aus. Gefährlich kann es werden, wenn die Autobatterie zu lange in betrieb genommen wird, sodass das Auto am nächsten morgen nicht mehr anspringen möchte. Deshalb habe ich das Handy oder die Akkus meist während der Fahrt geladen.

Ansonsten braucht ihr eigentlich nur noch gewisse Campingutensilien. Wichtig war dabei für uns einen Wasserkanister mit Trinkwasser. Dadurch wird das Zähneputzen oder eine Katzenwäsche auch ohne einen Fluss oder See ganz einfach. Und einen Tee könnt ihr euch so auch mal schnell kochen. Des Weiteren empfand ich es als sinnvoll folgende Utensilien eingepackt zu haben:

  • Gaskocher und Grill

  • Geschirr und Besteck

  • Taschenmesser was Flaschenöffner, Schere und ein gutes Messer enthält

  • Müllbeutel (sehr wichtig damit man die Umwelt nicht verschmutzt)

Natürlich kann dann optional noch eingepackt werden, was als wichtig empfunden wird.

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

Natürlich hat jedes Land und teilweise sogar jedes Bundesland eigene Regelungen, die betrachten ob im Auto geschlafen werden darf.

Besonders offen sind in diesem Punkt die Skandinavier. Denn da gilt das „Jedermannsrecht“. So darf in Schweden und Norwegen an allen öffentlichen, nicht geschützten Orten gecampt werden. Das schließt das Auto, Campingwagen und sogar das Zelt mit ein.

In Italien, Frankreich, Österreich und der Schweiz sollten die genauen Regelungen der einzelnen Gebiete betrachtet werden. Aber Achtung, ich beziehe mich hier nur auf das Übernachten im Auto. Wildcampen im Zelt ist zum Beispiel untersagt. (Auf das Thema Wildcampen werde ich in einem anderen Beitrag noch mal genauer eingehen.)

Definitiv verboten ist das Übernachten im Auto in Kroatien, Griechenland, Portugal, den Niederlanden und Dänemark.

Schlafen im Auto – Mehr Stress als Urlaub?

Natürlich ist eine Übernachtung im Auto für die meisten weit entfernt von Wellness und Komfort. Das bedeutet aber nicht, dass der Urlaub so keinen Spaß machen kann. Ob diese Reiseweise als schön erachtet wird, ist wohl eine reine Ansichts- und Erfahrungssache.

Ich hätte früher nie gedacht, dass ich einmal freiwillig einen ganzen Urlaub im Auto schlafen würde. Mittlerweile begeistere ich mich aber immer mehr für solche Abenteuerurlaube und freue mich über die Flexibilität, die diese Form des Reisens zu bieten hat. Dennoch möchte ich mich nicht festlegen was mir am besten gefällt. Ob eine Übernachtung im Auto, im Zelt, einem Hotel oder einer Ferienwohnung, alles hat seinen eigenen Reiz.

Wenn man nicht so viel Geld auf der hohen Kante hat und Komfort und Wellness nicht an erster Stelle für einen schönen Urlaub steht, dann könnt ihr auf alle Fälle mal versuchen euren Urlaub im Auto zu planen. Wenn ihr euch unsicher seid, ob es etwas für euch ist, dann plant doch einfach einen Wochenendausflug im Auto. Danach könnt ihr immer noch entscheiden, ob dieser Reisestil zu euch passt.